Tag der Patientensicherheit im kkm

Medikationssicherheit ist diesjähriger Schwerpunkt am 17. September, dem Internationalen Aktionstag Patientensicherheit

16.09.2019

Tag der Patientensicherheit im kkm

Medikationssicherheit ist diesjähriger Schwerpunkt am 17. September, dem Internationalen Aktionstag Patientensicherheit

Rund 5 Prozent aller Krankenhauseinweisungen werden durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen verursacht. Damit bei einem Krankenhausaufenthalt aber auch tatsächlich Krankheiten gelindert, geheilt oder auch Leben gerettet werden können, tut das Katholische Klinikum Mainz (kkm) Vieles. Nicht nur anlässlich des Internationalen Tages Patientensicherheit am 17. September. So wird beispielsweise direkt bei der stationären Aufnahme der Medikationsplan geprüft, um falsche Dosierungen und gegenseitige Beeinflussungen mit gar tödlichen Folgen auszuschließen. Im Rahmen des Aktionstages bietet das kkm in diesem Jahr darüber hinaus ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Klinikapotheker während der Aufnahme an, bei dem dann die Patienten auf Wunsch aus ihrer mitgebrachten Arzneiverordnungsliste einen bundeseinheitlichen Medikationsplan erstellt bekommen –  getreu dem diesjährigen Motto „Sicherheitskultur auf allen Ebenen.

„Sicherheitskultur auf allen Ebenen“, so lautet das Motto des diesjährigen internationalen Tag der Patientensicherheit des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) am 17. September 2019. Aktuelles Ziel ist es, die Patienten für den Gebrauch und den Umgang mit Medikamenten zu sensibilisieren. Denn: werden Arzneimittel unregelmäßig oder in falscher Dosierung, zusammen mit anderen Arzneimitteln oder bestimmten Lebensmitteln eingenommen, kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen oder einer fehlenden Entfaltung der Wirkung kommen. Studien zufolge werden rund 5% aller Krankenhauseinweisungen erst durch unerwünschte Arzneimittelwirkungen verursacht. Hinweise zum richtigen Umgang mit Tabletten, Kapseln und Pulvern senken das Risiko solcher unerwünschter Arzneimittelwirkungen. 

Mit Hilfe eines Medikationsplans kann der behandelnde Arzt oder Apotheker erkennen, welche Medikamente der Patient aktuell einnimmt und so aktiv Wechselwirkungen und anderen arzneimittelbedingte Komplikationen vorbeugen. Auch wenn seit dem 1. Oktober 2016 ein gesetzlicher Anspruch auf einen Medikationsplan für Menschen, die gleichzeitig drei oder mehr Arzneimittel pro Tag einnehmen müssen, zeigen Untersuchungen jedoch, dass nur etwa 25 % aller Patienten einen solchen Medikationsplan haben. Auch ist dieser meist unvollständig oder unübersichtlich. Eine gute Dokumentation der Arzneimitteltherapie ist jedoch die Grundvoraussetzung, um eine optimale Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) zu erreichen.

Am Katholischen Klinikum Mainz (kkm) gehört es zum Standard Vieles für die Medikations- und somit auch für die Patientensicherheit zu tun.

 

  1. Prüfung der Hausmedikation bei der Aufnahme und individuelle Beratung

    Bereits bei der Aufnahme im kkm prüfen Apotheker die Hausmedikation von einbestellten Patienten auf arzneimittelbezogene Probleme wie Interaktionen,

    korrekte Dosierung und Verfügbarkeit. Dadurch erhalten Patienten nach Aufnahme nahtlos die richtigen  Arzneimittel

     

  2. Klinisch pharmazeutischer Konsildienst

    Ärzte und Pfleger werden durch Klinikapotheker bei arzneimittelbezogenen Fragestellungen unterstützt – nicht nur bei den gemeinsamen Visiten auf der Intensivstation. Die Apotheke achtet im Rahmen des Qualitätsmanagements beim Einkauf und der Auswahl der Arzneimittel darauf, dass die Medikamentenverpackungen und  die Farbe und Beschriftung der Etiketten möglichst verwechslungssicher gestaltet sind und qualitativ hochwertige Arzneimittel vorrätig sind.

     

  3. Elektronische Arzneimittelliste mit Fachinfos und zum Interaktionscheck

    Von jedem Computer im kkm kann bei Bedarf schnell auf eine Arzneimitteldatenbank mit wichtigen Fachinformationen zu allen in Deutschland erhältlichen Arzneimitteln und Risikoinformationen wie Chargenrückrufe oder Rote Hand Briefe zugegriffen werden. Auch lässt sich so ein Interaktionscheck durchführen.

     

  4. Anonymes Meldesystem für kritische Medikationsfehler

    Ein weiteres wichtiges Instrument zur Verbesserung der Arzneimitteltherapie-sicherheit stellt die Meldung von Medikationsfehlern dar. Mitarbeiter des kkm online können anonym Fehler im Umgang mit Medikamenten dokumentieren. Die gemeldeten Fehler werden regelmäßig ausgewertet und Vorschläge zur zukünftigen Fehlervermeidung erarbeitet.

     

  5. Medikamentenzubereitung unter besonderen Bedingungen

    Bei stark wirksamen Krebsmedikamenten gilt höchste Wachsamkeit. Diese Zytostatika werden direkt im Reinraum der Apotheke individuell für jeden Patienten frisch und aseptisch zubereitet. Dabei wird die vom Arzt vorgegebene patientenindividuelle Dosierung und Medikation nochmals auf Fehler überprüft. Potentiell sehr gefährliche Zytostatika werden, wie vom Aktionsbündnis gefordert, mit zusätzlichen Warnhinweisen versehen.

     

    „Häufig entdecken wir bei der Überprüfung der Hausmedikation potentiell gefährliche Interaktionen zwischen den Arzneimitteln. Es ist keine Seltenheit, dass vor allem ältere Patienten 10 oder mehr verschiedene Arzneimittel täglich einnehmen. Wechselwirkungen sind da kaum auszuschließen. Eine enge Abstimmung zwischen allen Beteiligten ist daher unerlässlich. Ärzte, Apotheker, Pflegekräfte, aber auch Patienten und ihre Angehörigen sind also gefordert. Wir im kkm versuchen mit Hilfe der vielfältigen Maßnahmen die Medikations- und somit die Patientensicherheit so hoch wie möglich zu halten. Im Rahmen des diesjährigen Aktionstages bieten wir all unseren Patienten, die an diesem Tag aufgenommen werden, als zusätzlichen Service auch ein persönliches Beratungsgespräch mit einem Apotheker an und füllen für sie den bundeseinheitlichen Medikationsplan aus“, erläutert Dr. rer. nat. Peter Obitz, der Leiter der Apotheke des Katholischen Klinikums Mainz.