Investition in neue Endoskopie Aufbereitungsmaschinen

Mehr als 7.000 Endoskopie Patienten profitieren jährlich von der erhöhten Qualität und Sicherheit in der Aufbereitung

Prof. Dr. med. Michael Jung und Simone Pforte an den neuen ETD Double

17.03.2017

Das Katholische Klinikum Mainz (kkm) führt als erstes Krankenhaus in Rheinland-Pfalz einen neuen Typ von Endoskopie Reinigungs- und Desinfektionsautomaten ein. Diese neuen ETD Double Geräte der Firma Olympus erlauben einen Prozess, äquivalent zu demjenigen der Reinigung chirurgischer Instrumente in einer Zentralsterilisation. Mit dem so genannten Durchreiche-Prinzip wird eine erneute Verunreinigung bei der Aufbereitung durch eine strikte Trennung von reiner und unreiner Seite ausgeschlossen. Weitere Vorteile liegen in der vollautomatischen Prozessüberwachung und der Möglichkeit, drei Geräte gleichzeitig reinigen zu können. Mehr als 7.000 Endoskopie-Patienten jährlich profitieren von der erhöhten Sicherheit und optimalen Hygiene am kkm. Rund eine Million Euro hat das Klinikum in einer der größten und modernsten Endoskopien Deutschlands in den vergangenen Jahren sowohl in Geräte als auch in den Umbau investiert.

 

Die Endoskopie (Spiegelung) ist eine sehr schonende und sichere Untersuchung von Körperhöhlen und Hohlorganen. Vorteile der Methode sind die präzise Diagnostik und die Möglichkeit, durch die schlauchförmigen Geräte hindurch zu operieren. Damit werden oftmals aufwendige und risikoreichere chirurgische Verfahren ersetzt. Von besonderer Bedeutung ist die Einhaltung der Hygienevorschriften zur Aufbereitung von endoskopischen Instrumenten. Dieser Aufbereitungsprozess umfasst drei Hauptschritte: die manuelle Vorreinigung, die maschinelle Aufbereitung mit Spülung und  Desinfektion sowie den nachfolgenden Transport und die sichere Lagerung.

 

Weltweit geht der Trend in großen medizinischen Einrichtungen hin zu so genannten Durchreichemaschinen für den Schritt der maschinellen Reinigung und Desinfektion von flexiblen Endoskopen. Nun nimmt das kkm mit den ETD Double drei dieser modernsten Geräte nach dem Durchreiche-Prinzip in Betrieb. Die doppeltürige Ausführung ermöglicht die strikte Trennung von reiner und unreiner Seite während der Aufbereitung: das verschmutzte Endoskop wird auf der einen Seite des Raumes in die Maschine gelegt und nach Ablauf des Reinigungsvorgangs auf der reinen Seite des Raumes entnommen.

 

 

Eine zusätzliche Verbesserung liegt in der gleichzeitigen Aufbereitungsmöglichkeit von drei Endoskopen. Gleichzeitig wird der Prozess vollautomatisiert überwacht.  Die Aufbereitung wird endoskopspezifisch dokumentiert, jedes endoskopische Gerät wird eindeutig identifiziert und nur nach erfolgreicher Reinigung und Desinfektion freigegeben. So werden hygienische Ergebnisse auf höchstem  Niveau und eine größtmögliche Sicherheit für Patienten und Personal garantiert. Jeder Arbeitsschritt kann dem jeweiligen Mitarbeiter zugeordnet werden. Damit entstehen größere Transparenz und Rückverfolgbarkeit, wichtige Faktoren zur Steigerung der Prozesssicherheit. Die Investitionskosten für die drei Geräte lag bei rund 300.000 Euro. 

Die Endoskopie ist das Herzstück der Klinik für Innere Medizin 2 des kkm. Mit der Inbetriebnahme der neuen zentralen interdisziplinären Endoskopie im Jahr 2013 etablierte das kkm eine der modernsten und größten Endoskopien über das Rhein-Main-Gebiet hinaus. Jährlich werden rund 7.000 Untersuchungen und Eingriffe hier vorgenommen. Mit dem Angebot aller diagnostischen und therapeutischen Verfahren leistet die Endoskopie des kkm eine überregionale Versorgung, auch in der Notfallbereitschaft mit  einem Endoskopie-Notdienst rund um die Uhr,  die auch von umliegenden Krankenhäusern in Rheinland- Pfalz und Hessen in Anspruch genommen wird.

„Die Vorteile, die diese neue Form der Aufbereitung von Endoskopen bringt, sind enorm und bedeuten ein großen Fortschritt in Bezug auf die Hygiene und die damit untrennbar verbundene Patientensicherheit“, erläutert Prof. Dr. med. Michael Jung, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2. „Durch die räumliche Trennung von reiner und unreiner Seite wird ein Grad an Hygiene äquivalent zu einer Zentralsterilisation etabliert“, so Prof. Jung abschließend.