Neue Brustschmerzeinheit am kkm

Chest Pain Unit ab 1. Mai in die Zentrale Notaufnahme (ZNA) integriert

20.05.2016

Der akute Brustschmerz ist die häufigste Einweisungsdiagnose in eine Notaufnahme. Die Ursachen reichen von äußerst harmlos bis lebensbedrohlich. Die bestmögliche medizinische Versorgung ohne Zeitverlust ist daher notwendig, um das Risiko des plötzlichen Herztodes oder schwerer Folgeschädigungen des Herzens zu minimieren. Hierfür steht das Konzept der Chest Pain Unit (CPU)/ Brustschmerzeinheit, die internationalen medizinischen Standards und Qualitätsvorgaben folgt. Eine solche Einheit ist zum 1. Mai nun auch am Katholischen Klinikum Mainz (kkm) etabliert worden. Diese ist direkt in die Zentrale Notaufnahme integriert, die wegen ihrer guten Organisation und kompetenten Patientenversorgung einen hervorragenden Ruf bei den Rettungsdiensten der Region genießt. Mit Integration der Chest Pain Unit dann wird gewährleistet, dass Patienten mit Brustschmerzen an 365 Tagen pro Jahr und 24 Stunden am Tag auch sofort durch ein spezialisiertes Ärzteteam versorgt werden.

Als Chest Pain Unit wird eine Spezialeinheit zur Diagnostik und Erstversorgung für Patienten mit akutem Brustschmerz bezeichnet. Vorrangiges Ziel ist es, Herzinfarkte frühzeitig zu erkennen und diese zu behandeln. Da die Symptome sehr unterschiedlich sein können, muss die Notfallversorgung optimal organisiert sein. Gerade die Aufnahme im Krankenhaus stellt eine Schlüsselstelle dar, so dass der Integration einer CPU in die Zentrale Notaufnahme ein hoher Stellenwert zukommt. Sie wird von einem Team spezialisierter Fachärzte für Kardiologie und besonders geschulter Pflegekräfte nach modernsten Behandlungsleitlinien geführt und steht den Patienten, Notärzten und dem Rettungsdienst rund um die Uhr zur Verfügung.

Die Integration sieht vier besondere Überwachungsbetten vor. Ärzte und  Pflegepersonal der zentralen Notaufnahme werden in besonderen Fortbildungen regelmäßig auf die ihnen zukommenden Anforderungen einer Chest Pain Unit geschult. Desweitern stehen für die Notfallbehandlung eines Herzinfarktes zwei hochmoderne Herzkatheteranlagen mit einem spezialisierten Behandlungsteam an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung. Ebenso ist eine enge Anbindung und ein kurzer Weg zur Intensivstation gewährleistet, so dass auch hier die Versorgungskette engmaschig greift.

Für Patienten, bei denen ein akuter Herzinfarkt ausgeschlossen werden konnte, die aber eine weitere Abklärung ihrer Beschwerden benötigen, besteht durch die enge Anbindung an die Radiologie die Möglichkeit einer computertomographischen Untersuchung. Hierfür steht der modernste CT der Welt, der SOMATOM Force, in unmittelbarer Nähe zur Verfügung, was eine deutlich schnellere Untersuchung bei wesentlich niedriger Strahlenbelastung (als bei herkömmlichen Computer-Tomographen) ermöglicht. 

Weitere diagnostische Möglichkeiten bietet die interdisziplinäre Funktionsabteilung. In dieser können zum Beispiel besondere Belastungsuntersuchungen (Stressechokardiographien) am Herzen durchgeführt werden. Für die weitere Versorgung im ambulanten Bereich konnten schon zahlreiche Kooperationen mit niedergelassen Kardiologen geschlossen werden, diese sollen auch noch in der Zukunft weiter ausgebaut werden.

„Da heute auch der Herzinfarkt immer noch Todesursache Nr. 1 ist und jeder dritte Patient mit einem akuten Herzinfarkt das Krankenhaus nicht lebend erreicht,  zählt jede Sekunde. Wenn der Infarkt aber rechtzeitig erkannt und behandelt wird, sinkt das Risiko, an einer solchen Erkrankung zu versterben, deutlich. Auch mögliche Folgeschäden - wie eine Herzschwäche - werden reduziert. Treten also Brustschmerzen, gegebenenfalls verbunden mit Luftnot, Übelkeit und Schweißausbrüchen auf, sollten sich die Betroffenen sofort an einen Arzt wenden oder direkt die Chest Pain Unit aufsuchen“ rät Prof. Dr. Sabine Genth-Zotz, Chefärztin der Klinik für Innere Medizin I am Katholischen Klinikum Mainz.

„Wir freuen uns sehr, unser kardiologisches Leistungsspektrum mit dem Angebot einer Chest Pain Unit erweitern zu können“, ergänzen Dr. med. Patrick Frey und Michael Osypka, die  Geschäftsführer des kkm unisono. „Wir bieten damit unseren Patienten - neben der Chest Pain Unit der Universitätsmedizin - ein weiteres, hoch kompetentes Zentrum zur Behandlung von Patienten mit akuten Brustschmerzen und v.a. Herzinfarkt.“