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D

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Blutzuckerwerte dauerhaft erhöht sind. Laut einer Schätzung der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) aus dem Jahr 2007 sind weltweit 246 Millionen Menschen von Diabetes betroffen.

Vor allem in den westlichen Industrieländern wird für die Zunkunft mit einem weiteren Anstieg dieser Zahlen gerechnet. Daher hat die Vermeidung von Diabetes, vor allem des erworbenen Typ 2 Diabetes (siehe häufigste Krankheitsbilder), sowie die frühzeitige, konsequente Behandlung noch mal deutlich an Wichtigkeit gewonnen. Denn unbehandelt kann eine Blutzuckererkrankung schwerwiegende Folgen haben.

 

Dysplasie und Vulvaveränderungen

In der Dysplasie-Sprechstunde werden Patientinnen untersucht bei denen Zellveränderungen am Gebärmutterhals (Cervix), in der Scheide (Vagina) oder im Bereich des äußeren Genitale (Vulva und Perianalregion) festgestellt wurden. Hauptursache der Zellveränderung ist ein Virus (Humanpapillomavirus). Dieses Virus ist besonders bei jungen Frauen stark verbreitet und in den meisten Fällen nach einigen Monaten vom Immunsystem vernichtet. Bei einigen Frauen gelingt dies nicht, dann können Zellveränderungen entstehen, die sich, wenn es sich um leichte Veränderungen handelt, in 40 Prozent der Fälle auch von alleine zurückbilden. Oft sind nur Kontrollen notwendig, die ausschließen sollen, dass es sich um schwere Zellveränderungen handelt, die behandelt werden müssen.

Risikofaktoren für die Entstehung von Zellveränderungen sind zum Beispiel neben HPV das Rauchen, vitaminarme Ernährung, chronischer Schlafentzug und Störung des Immunsystems.

Welche Untersuchung wird bei der Erstvorstellung durchgeführt:

  • Gynäkologische Untersuchung
  • Untersuchung des Scheidenausflusses (Nativsekret)
  • Lupenuntersuchung (Kolposkopie)
  • Krebsvorsorgeabstriche

    • Bei auffälligen Befund Gewebsproben (Biopsie in örtlicher Betäubung oder Narkose)
    • Bei nicht eindeutigen Befunden Abstrich auf humanes Papillomvirus
    • Je nach Befund weitere Abstriche auf verschiedene Erreger
    • Falls medizinisch notwendig US-Untersuchung

Behandlungsmethoden

Sollte aufgrund der Befunde und der Krankengeschichte Gewebe entfernt werden kommen je nach Situation verschiedene Verfahren zum Einsatz, die in unserer Klinik zur Verfügung stehen:

  • Lasertherapie
  • Schlingenabtragung (Loopexcision)
  • Konisation

Diese Eingriffe werden in der Regel ambulant durchgeführt, bestimmte Lasereingriffe und die Schlingenabtragungen können wahlweise in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose gemacht werden.

E

Endometriose

Was ist Endometriose? - Als Endometriose bezeichnet man Gebärmutterschleimhaut, die sich nicht in der Gebärmutterhöhle  befindet, sondern sich auf dem Bauchfell des Bauchraumes, auf den Eierstöcken, den Eileitern, den Harnleitern und auch dem Darm  befindet. Leider ist bis heute die Ursache für diese „Fehlverteilung“ nicht abschließend geklärt.

Wir wissen lediglich,  dass rein statistisch gesehen jede 7. Frau im gebährfähigen Alter eine mehr oder weniger stark ausgeprägte  Endometriose hat.

Die Lebensführung, Gewohnheiten und auch die individuelle hormonelle Situation scheinen auf die Endometriose  keinen wesentlichen Einfluss auszuüben – als betroffene Patientin ist man also auf gar keinen Fall „schuld “ an der Erkrankung. Es ist jedoch wichtig die Endometriose frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, da dadurch fortschreitende  Beschwerden und Komplikationen vermieden werden können.

Symptome - Woran erkenne ich Endometriose? 

  • Zyklusabhängige Schmerzen im Unterbauch
  • Beginn der Schmerzen meist 2-3 Tage vor Einsetzen der Regelblutung
  • Abnahme der Schmerzen  mit Fortschreiten der Regelblutung
  • Unregelmäßige Blutungen
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Folgen - Was passiert, wenn man Endometriose nicht behandelt?

  •  Verwachsungen am Darm mit Verdauungsunregelmäßigkeiten (Durchfälle/Verstopfung/ Völlegefühl)
  •  Sterilität
  •  Zysten an den Eierstöcken
  •  Abflußstörungen des Urins durch Verengung der Harnleiter
  •  Dauerhafte Schmerzen

Diagnose - Was wird untersucht?

  • Krankengeschichte und aktuelle Beschwerden
  • Gynäkologische Untersuchung inklusive Ultraschall
  • Untersuchung auch durch den After
  • Bauchspiegelung
  • je nach Beschwerdebild weitere Diagnostik durch zum Beispiel Gastroenterologen/ Urologen
  • bei Kinderwunsch  enge Zusammenarbeit mit Kinderwunschzentrum

 Therapiemöglichkeiten - Wie behandelt man Endometriose?

  • Operation, meist per Bauchspiegelung, mit dem Ziel alle sichtbaren Herde zu entfernen
  • bei sehr ausgedehnten Befunden  muss manchmal eine Operation per Bauchschnitt durchgeführt werden
  • Medikamentöse Therapie mit Hormonpräparaten (Gestagene, GnRH-Analoga)

H

Harninkontinenz

Unter Harninkontinenz versteht man die Unfähigkeit, den Harn willkürlich zurückhalten zu können. Dieses Problem betrifft Frauen häufiger als Männer, da Anzahl der Geburten und vorausgegangenen gynäkologischen Operationen eine Rolle spielen können. Die Ursachen für eine Blasenschwäche können unterschiedlich sein.

Daher ist vor jeder Behandlung eine Untersuchung notwendig, diese beinhaltet:

  • Erhebung des Beschwerdebildes
  • Führung eines Miktionsprotokolls
  • US-Untersuchung der Blase
  • Bestimmung des Restharns nach Wasserlassen
  • bakteriologische Untersuchung des Urins und der Harnröhre (Harnröhrenabstrich)
  • Blasenspiegelung
  • ggf. Cystotonometrie (Blasendruckmessung)

Durch diese Untersuchungen ist zu entscheiden, ob eine konservative Behandlung mit Beckenbodentraining, Elektrostimulation oder Medikamenten sinnvoll ist oder ob eine Operation durchgeführt werden muss.

M

Menstruationsstörungen (Regelstörung)

Unter Menstruationsstörungen versteht man Zyklusstörungen, die entweder in der Dauer, der Stärke oder Blutungshäufigkeit von der normalen Menstruation (Eumenorrhoe) abweichen.

Zur Klärung der Ursachen dieser Zyklusstörungen sollte dem Arzt ein Menstruationstagebuch vorgelegt werden können, sodass er entscheiden kann, ob aufgrund der Störung eine Ausschabung und / oder eine Hormontherapie nötig wird.

Die Klassifikation der Menstruationsstörungen:

Amenorrhoe (ausgebliebene Blutung)

Die Amenorrhoe gehört zu den häufigsten Menstruationsstörungen und bezeichnet das Fehlen oder Ausbleiben der Monatsblutung ohne weitere Symptome. Bei der Amenorrhoe unterscheidet man:

  • Primäre Amenorrhoe
    wenn nach Vollendung des 15. Lebensjahres noch keine Menstruationsblutung aufgetreten ist
  • Sekundäre Amenorrhoe
    wenn bereits Monatsblutungen erfolgt sind und blutungsfreie Intervalle von drei Monaten eintreten.

Eine besondere Form stellt die Postpill-Amenorrhoe dar, die bei circa drei Prozent aller Frauen, die die Pille einnehmen, auftritt. Hierbei handelt es sich um ein Ausfallen der Menstruation von mindesten drei Monaten, nachdem die Antibabypille abgesetzt wurde.

Eumenorrhoe

Normale ohne Beschwerden verlaufende menstruelle Blutung (drei bis fünf Tage)

Störung der Blutungsdauer

Menorrhagie
Verlängerte und verstärkte (mehr als fünf Tage) Menstruationsblutung

Störung der Blutungsstärke

Menorrhagie
Verstärkte und verlängerte Blutung (siehe oben)

Hypermenorrhoe
Verstärkte Menstruationsblutung

Hypomenorrhoe
verminderte, schwache Menstruationsblutung

Schmierblutung /Spotting
schwache Blutung oftmals Zusatzblutung

Störung der Blutungshäufigkeit

Metrorrhagie
Verstärkte Blutung außerhalb des Zyklus mehr als acht Tage anhaltend - als Zwischenblutung oder Zusatzblutung

Polymenorrhoe
Unregelmäßige oder regelmäßige verkürzte Zyklen - (Zyklus unter 21 Tagen)

Oligomenorrhoe
Sehr seltene Regelblutung mit verlängertem Zyklus (Zykluslänge mehr als 35 Tage)

Amenorrhoe
Eine nicht stattfindende Blutung, die länger als drei Monate besteht (siehe oben)

Unregelmäßige Blutung
stark wechselnde Intervalle zwischen zwei Regelblutungen

Störung der Befindlichkeit

Dysmenorrhoe
schmerzhafte, krampfhafte Menstruationsblutung

 

 

Myome

Myome sind gutartige Tumore des Muskelgewebes. Myome der Gebärmutter sind die häufigsten gutartigen Tumore der Frau. Etwa 30 Prozent aller Frauen nach dem 30. Lebensjahr sind davon betroffen.

Die Myome können in der Gebärmutter eine unterschiedliche Lage haben:

  • direkt unter der Gebärmutterschleimhaut (submucöse Myome), dadurch werden vor allem verstärkte und verlängerte Regelblutungen verursacht.
  • Inmitten der Gebärmuttermuskelschicht (intramurale Myome), dies führt häufig zu sehr schmerzhaften Regelblutungen.
  • Am äußeren Rand der Muskelschicht, direkt unter dem Bauchfellüberzug der Gebärmutter (subseröse Myome), diese Lage der Myome verursacht selten Beschwerden, lediglich bei Druck auf die Blase oder Verdrängung des Darmes können Beschwerden, wie häufiger Urindrang und Darmkrämpfe auftreten.
  • In die seitlich der Gebärmutter liegenden Bindegewebsschichten und den Halteapparat der Gebärmutter wachsend (intraligementäre Myome), diese Myome können den Harnleiter abklemmen und zur Stauung der Niere führen.

Myome der Gebärmutter können sehr klein sein, sodass sie überhaupt nicht bemerkt werden, sie können aber auch so groß werden, dass sie den gesamten Bauchraum ausfüllen können.

S

Schlaganfall- immer ein Notfall!

Bei einem Schlaganfall handelt es sich um eine plötzlich eintretende Funktionsstörung des Gehirns. Diese Störung wird meist durch den Verschluss eines Gefäßes im Gehirn, einen Hirninfarkt, verursacht. Dadurch werden die nachfolgenden Gebiete nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt und können nicht mehr arbeiten. Weitere Ursachen können Blutungen im Gehirn sowie in seltenen Fällen auch entzündliche Prozesse sein.

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall und kann Ihr Leben bedrohen! Rufen Sie bei jedem Verdacht unbedingt den Notarzt!

Je nachdem, welche Bereiche des Gehirns betroffen sind, bemerkt der betroffene Patient verschiedene Symptome, die von Kopfschmerzen über Schwindel bis hin zu Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen reichen können.

Die Klinik für Akutgeriatrie ist darüber hinaus auf die Behandlung von älteren Schlaganfallpatienten mit so genannter Multimorbidität spezialisiert, das heißt Patienten, die von weiteren Grunderkrankungen wie beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder neurologischen Erkrankungen betroffen sind.
Das Ziel ist es, die Selbständigkeit und Lebensqualität der Patienten wiederherzustellen oder zu erhalten. Dafür arbeitet ein multiprofessionelles Team gemeinsam an der Therapie.

 

Senkungszustände des inneren Genitale

Eine Gebärmuttersenkung liegt vor, wenn die Gebärmutter (Uterus) oder auch die Harnblase nicht mehr durch die Beckenbodenmuskulatur in ihrer Position gehalten werden kann. Eine solche Muskelschwäche verursacht eine Senkung der Gebärmutter und / oder der Harnblase und des Darmes. Es werden verschiedene Schweregrade einer Gebärmuttersenkung unterschieden. In manchen Fällen kann es soweit kommen, dass die Gebärmutter ganz oder teilweise aus der Scheide herausrutscht. Man spricht dann von einem Gebärmuttervorfall.

Ursachen für die Gebärmuttersenkung können sein:

  • Überbelastung des Beckenbodens verursacht durch schwere körperliche Arbeit
  • durch Erhöhung des Druckes im Bauchraum zum Beispiel bei chronischer Bronchitis oder Verstopfung, Fettleibigkeit spielt ebenfalls eine Rolle
  • Bindegewebsschwäche
  • nach Geburten sehr großer Kinder mit Geburtsverletzungen im Bereich der Scheide

Symptome treten auf:

  • Harninkontinenz (meist Streßinkontinenz, das heißt Urinverlust bei körperlicher Belastung)
  • häufiges Wasserlassen
  • wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • Unterleibs- und Rückenschmerzen
  • Druckgefühl nach unten und Fremdkörpergefühl
  • Verstopfung
  • Ausfluss durch Infektionen und Druckgeschwüre

Bei Verlagerung der Harnblase kann der Abfluß des Harns gestört sein und zu einer Nierenstauung führen. Die Gebärmuttersenkung wird durch den Gynäkologen mittels Tastbefund und Untersuchung mit einem Instrument zum Einführen in die Scheide (Spekulum) festgestellt.

Katholisches Klinikum Mainz

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