Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin

Standort: St. Hildegardis-Krankenhaus

Herzlich Willkommen in der Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin!

Als spezialisierte Fachklinik für Lungenerkrankungen aller Art stehen wir Ihnen mit unserem ganzen Wissen und Können über Lungenerkrankungen zur Seite.

Die Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin ist eine national anerkannte Fachklinik für sämtliche Erkrankungen der Lunge und Atemwege. Zusammen mit der Klinik für Thoraxchirurgie bildet sie den Kern des Lungenzentrums am Katholischen Klinikum Mainz und stellen zusammen mit unserem Netzwerk aus Kooperationspartnern die Versorgung der Patienten mit Lungenerkrankungen in der Region sicher. 
 
Mit 83 Betten auf drei Stationen und der Anbindung an die interdisziplinäre Intensivstation bieten wir als größte pneumologische Abteilung in Rheinland-Pfalz unseren stationären und ambulanten Patienten Beratung, Behandlung und Nachsorge aus einer Hand. Zusätzlich stehen bedarfsweise Betten auf der interdisziplinären Intensivstation zur Verfügung. Hierbei stehen uns die neuesten therapeutischen und diagnostischen Verfahren zur Verfügung. Selbstverständlich ist für uns dabei eine interdisziplinäre Betreuung unserer Patienten.

Wir möchten Sie ermutigen, positiv in die Zukunft zu blicken. Im Rahmen unserer Möglichkeiten und auf Grundlage neuester medizinischer Erkenntnisse tun wir alles, um Ihre Genesung zu fördern. So steht Ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden im Mittelpunkt all unseres ärztlichen und pflegerischen Handelns. Aber, wir brauchen auch Ihre Unterstützung: haben Sie Geduld mit sich selbst und den unbedingten Willen, schnell wieder gesund zu werden.

Bei Wünschen oder Fragen, bei Lob oder Kritik, sprechen Sie uns an – wir sind gerne für Sie da.

Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit in unserem Haus und alles Gute!

 

Ihr Prof. Dr. med. Cornelius Kortsik
und Team

Leistungsspektrum

Unter den nachstehenden Themenpunkten haben wir für Sie einige Informationen zu den Erkrankungen, die in unserer Klinik behandelt werden zusammengestellt. Die Erklärungen sollen Ihnen helfen, Ihre Beschwerden zu verstehen und eine Vorstellung von der Behandlung zu entwickeln.

Um dies so verständlich wie möglich zu machen, haben wir bewusst versucht – so weit wie möglich – auf medizinische Fachbegriffe zu verzichten. Auch haben wir versucht uns so kurz wie möglich zu fassen, so dass wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

Sollten Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne!

 

 

Tumorerkrankungen der Lungen, Bronchien und des Rippenfells

Ursache:

Eine bösartige Erkrankung im Bereich der Lunge ist eine der häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland. Umwelteinflüsse stellen den größten Risikofaktor dar – allen voran das rauchen. Aber auch genetische Veränderungen können das Auftreten begünstigen. Auch Nichtraucher können an einer Tumorerkrankung der Brustorgane erkranken.

Auch berufsbedingte Tumorerkrankungen treten auf. So ist die häufigste Ursache für eine Tumorerkrankung des Rippenfells, das Einatmen von Asbeststäuben.

Verlauf:

Der Verlauf einer Tumorerkrankung hängt ganz stark von der Gewebeart und der Ausbreitung zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Aber auch der körperliche Zustand des Patienten hat großen Einfluss. Sehr wichtig ist eine rasche und konsequente Abklärung, um so früh wie möglich eine optimale Therapie einleiten zu können.

Symptome:

Tumore der Lunge machen häufig keine Beschwerden und werden oft als Zufallsbefund bei anderen Untersuchungen entdeckt. Langanhaltender Husten, Luftnot oder anhaltende Heiserkeit können als Symptome auftreten, sind jedoch auch häufig bei anderen Erkrankungen.

Bluthusten ist ein Alarmsignal, was umgehend abgeklärt werden sollte.

Therapie:

Die Therapie hängt entscheidend von Ausbreitung= Muster ab. Zum Einsatz kommen Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie, häufig auch als Kombinationsbehandlung. Ein neueres Verfahren ist die Immuntherapie, die wir in speziellen Fällen einsehen.

Wegen der schwere der Erkrankung bieten wir eine umfassende Unterstützung durch unseren psychoonkologieschen Dienst und dem Sozialdienst unseren Patienten aber auch den Angehörigen an.

Therapieentscheidung:

Die genaue Therapie wird für jeden Patienten nach den Befunden und den Begleitunständen und besonders den Wünschen und Bedürfnissen des Patienten individuell in der interdisziplinären Konferenz festgelegt.

 

Chronisch obstruktive Bronchitis (COPD)

Ursache:

Zumeist geht die COPD auf eine entzündliche Reaktion der Atemwege (Bronchien) zurück, die durch eingeatmete schädliche Stoffe hervorgerufen. Rund 90% der Fälle ist durch Zigarettenrauch verursacht. Aber auch Umwelt- oder Berufsschadstoffe oder häufige Atemwegsinfekte können zu einer COPD führen.

Verlauf:

Es kommt langfristig zu einer Schädigung des Aufbaues der Bronchialwände mit einer Verengung, die nicht oder nur noch unvollständig rückgängig zu machen ist. In vielen Fällen führt das zur Entwicklung einer so genannten Blählunge (siehe auch unter: Lungenemphysem.)

Symptome:

Typisch sind lange Zeit anhaltender oder immer wieder kehrender Husten, Auswurf und Luftnot bei körperlicher Belastung. 

Therapie:

Das Vorgehen ist von der Schwere der Erkrankung abhängig. Neben der Tabakentwöhnung kommen je nach Schweregrad unterschiedliche Medikamente (Tabletten, Sprays) zum Einsatz. Ein wichtiger Aspekt ist die Krankengymnastik mit spezieller Atemtherapie und der Verbesserung der allgemeinen Körperkraft, die oftmals stark beeinträchtigt ist. Das „Training“ beginnt bereits während Ihrem stationären Aufenthalt. Wichtig ist auch das Abhusten zu fördern, da der Schleim die Atmung zusätzlich erschwert und einen Nährboden für immer wieder kehrende Infekte darstellt. Auch kann eine Langzeit-Sauerstofftherapie bei anhaltend erniedrigten Sauerstoffwerten im Blut oder eine nächtliche Maskenbeatmung, wenn die Atemmuskulatur mit ihrer Kraft überfordert ist, eingesetzt werden. 

Therapieentscheidung:

Ob und welche Therapie für Sie sinnvoll ist, muss für jeden Patienten individuell geprüft und entschieden werden. Da COPD eine vielschichtige Erkrankung ist, welche die umfangreiche Auswirkungen auf den Organismus haben kann (z. B. Muskelschwäche) und häufig mit Begleiterkrankungen, wie beispielsweise Herz- und Stoffwechselerkrankungen einhergeht, ist sorgfältig und individuell ein Konzept zu entwickeln, um eine Linderung der Beschwerden und damit eine Verbesserung der Lebensqualität zu erzielen. 

 

Lungenemphysem inkl. Volumenreduktion

Beim Lungenemphysem kommt es zu einer dauerhaften Strukturveränderung des Lungengewebes im Bereich der Lungenbläschen. Durch Abbau ihrer zarten Wandstrukturen, in denen sich die feinen Blutgefäße der Lunge befinden, entstehen neue, größere Hohlräume, sichtbare Blasen, die teilweise mit dem bloßen Auge erkennbar sind.

Ursache:

Zumeist geht die krankhafte Veränderung der Lungenbläschen auf das Zigarettenrauchen oder auf genetische Faktoren zurück. Umweltbedingte Schädigungen können ebenfalls Auslöser sein. Folge ist, dass der Übertritt von Sauerstoff in das Blut gestört wird. Luft bleibt vermehrt im Lungengewebe. Es kann nicht mehr mit jedem Atemzug ausgetauscht werden kann. Das Lungenvolumen steigt – eine so genannte „Blählunge“ entsteht.

Verlauf:

Durch die starke Beanspruchung vermindert sich die Elastizität des Lungengewebes. Dadurch werden die Atemwege („Bronchien“) bei rascher Ausatmung nicht mehr offengehalten, was den Luftstrom behindert. Als Folge dessen kommt es nach und nach zu zunehmender Luftknappheit bei körperlicher Anstrengung.

Therapie:

Hier gilt es viele Aspekte zu berücksichtigen. So sind zur optimalen Medikamenteneinnahme das Erlernen von Inhalationstechniken sowie die krankengymnastische Behandlung verschiedener Atemtechniken elementar, um die Überblähung der Lungen zu verringern. Aber auch die Kräftigung der Atemmuskulatur und die Verbesserung der Körperfitness sind von großer Bedeutung. In bestimmten Fällen können wir im Rahmen eines endoskopischen Eingriffes eine Entblähung bewirken durch das Einbringen von Ventilen oder Spiralen (Lungenvolumenreduktion).. 

 

Asthma bronchiale

Ursache:

Die chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege wird zumeist durch Allergien verursacht, welche zu einer Entzündungsreaktion der Bronchien führt. In einigen Fällen kann der Auslöser aber auch nicht ausgemacht werden. In diesem Fall spricht man von „nicht allergischem Asthma bronchiale“. Ob ein Mensch erkrankt oder nicht, hängt von der angeborenen Bereitschaft der körpereigenen Abwehrmechanismen ab, eine Entzündungsreaktion dauerhaft auszubilden. Viren oder Reizstoffe können einen Anfall mit teilweiser schwerer Atemnot verursachen.

Verlauf:

Die Entzündung führt zu einer Schleimhautschwellung, vermehrte Bildung von zähem Schleim und zu einer Überempfindlichkeit der Bronchien sind die Folge. Auch Reize, wie B. Kälte, Nebel, Rauch oder Allergene können zu einer wechselnd ausgeprägten, krampfartigen Verengung der Bronchien führen. Beschwerdefreie Zeiträume können sich mit Phasen von Atemknappheit oder plötzlich auftretender, schwerer Luftnot, einem akuten Asthmaanfall, abwechseln. Entscheidend ist, eine gute Kontrolle der Krankheitsaktivität zu erreichen. Dazu werden verschiedene Medikamente, meist als Inhalation angewendet.

Ein Asthmaanfall mit Husten, pfeifenden Atemgeräuschen, Brustenge und Luftknappheit bis hin zu starker Luftnot und Erstickungsgefühlen können ausgelöst werden. Dabei können die Beschwerden unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Therapie:

Ein Asthmaanfall kann lebendsbedrohlich verlaufen und muss konsequent mit Medikamenten behandelt werden. Selten ist eine kurzzeitige Beatmung notwendig. Wichtig ist eine gute Kontrolle der Asthmaerkrankung, um Anfällen vorzubeugen. Hierzu ist neben einer Allergenvermeidung meist auch Medikamente notwendig, die die Bronchien erweitern oder die Entzündung dämpfen.

 

Lungenfibrosen

Ursache:

Dies wird im Volksmund auch „Narbenlunge“ genannt. Das eigentlich elastisch weiche Lungengewebe wird zunehmend fest und je nach Ausmaß der Erkrankung wird die Atmung behindert.

Verlauf:

Verschiedene Erkrankungen, wie z. B. Kollagenosen können diesen Prozess verursachen, aber auch schädliche Umwelteinflüsse oder Medikamente. Auch kann sich in wenigen Fällen die Erkrankung ohne erkennbare Ursache auf. Man spricht dann von einer „idiopathischen Lungenfibrose“. Diese Erkrankung lässt sich derzeit nicht heilen.

Therapie:

Besonders wichtig ist es, die Ursache der Fibrose zu erkennen. Aber auch Medikamente wie Cortison oder Immunsuppressiva können zum Einsatz kommen um den Verlauf zu verlangsamen. Unterstützend kann Atemgymnastik das Einatmen trainieren. Ebenso kann eine Verbesserung der Sauerstoffversorgung sowie eine Lungentransplantation in Betracht gezogen werden.

Bei einigen Erkrankungen kann eine Dämpfung des Immunsystems das Fortschreiten aufhalten. In anderen Fällen kann durch neuartige Medikamente eine Verzögerung erreicht werden. Zur Symptomkontrolle wird Sauerstoff verordnet. In manchen Fällen muss eine Lungentransplantation erwogen werden.

 

exogen Allergische Alveolitis

Ursache:

Verschiedenste Umwelteinflüsse können eine spezielle allergische Reaktion der Lunge verursachen. Die akute Form kann zu einem plötzlichen Anfall von Fieber und Husten und Luftnot führen. Die chronische Form führt zu einer Lungenvernarbung.

Therapie:

Entscheidend ist die Erkennung des auslösenden Stoffes. Bei akuter Reaktion hilft eine vorübergehende Kortisontherapie.

 

Sarkoidose

Ursache:

Die Ursache dieser Erkankung ist noch nicht geklärt. Im Bindegewebe der betroffenen Organe bilden sich mikroskopisch kleine Knötchen, so genannte Granulome bilden. In rund  90 % der Fälle sind jedoch die Lunge und Lymphknoten beteiligt, es kann aber prinzipiell jedes Organ betroffen sein. Entsprechend vielgestaltig kann sich die Erkankung äußern.

Symptome:

Die eher seltene Erkrankung tritt zumeist zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr auf . Sie zeigt sich durch Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Leistungsschwäche, Gewichtsverlust oder Fieber. Organbeschwerden treten in Abhängigkeit von der Zahl und Verteilung der Bindegewebsknötchen auf. Ist die Lunge betroffen, zeigt sich bei körperlicher Anstrengung Husten oder Atemnot. Die Hälfte der Betroffenen ist allerdings beschwerdefrei.

Zu unterscheiden ist die akute und die chronischen Verlaufsform. Bei der akuten Sarkoidose überwiegen plötzlichen starke Gelenkschmerzen im Bereich der Sprunggelenke, schmerzhaft braunrote Hautverdickungen an der Streckseite der Unterschenkel und Allgemeinsymptome, wie Müdigkeit und körperlicher Schwäche. Nach 4 - 8 Wochen gehen die Beschwerden meist spontan zurück. Eine lindernden Behandlung ist ausreichend. Die Beschwerden einer chronischen Sarkoidose zeigt sich hingegen in einer schleichenden Form von von Allgemeinsymptomen und / oder Funktionsstörungen der betroffenen Organe. Die Diagnosesicherung erfolgt durch eine mikroskopische Untersuchung von Gewebsproben aus befallenen Organen.

 

Pneumonien/ Lungenentzündung

Ursache:

Als Ursache der Entzündung des Lungengewebes gelten Viren, Bakterien, Pilze, aber auch das Einatmen von Magensaft, Parasiten, Gifte  und andere Faktoren.

Symptome:

Nicht jede Lungenentzündung zeigt sich gleich. Fieber, Schüttelfrost, Husten und Auswurf sind eher typische Anzeichen für eine bakterielle Entzündung. Viren führen zu einer so genannten „kalten“ Lungenentzündung. Diese äußert sich durch Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, wenig bis gar keinen Auswurf (wenn klar und geruchslos)

Verlauf:

Der Verlauf hängt von dem verantwortlichen Erreger, den Abwehrkräften der Betroffenen und der eingesetzten Therapie.  So heilt bei jungen und gesunden Menschen eine Lungenentzündung normalerweise ohne Komplikationen in etwa sechs Wochen aus. Ein höheres Lebensalter sowie gesundheitliche Einschränkungen, beispielsweise an Herz oder Lungen, können den Verlauf der Infektion erschweren und die Dauer der Erkrankung verlängern. Schwere Verläufe können bis hin zu einer „Blutvergiftung“ (Sepsis) mit Organversagen führen.

Therapie:

Entscheidend ist eine rasche antibiotische Therapie. Zusätzlich kann eine Atemtherapie die Sauerstoffaufnahme erleichtern. Auch kann in schweren Fällen eine Sauerstoffgabe oder eine Beatmung erforderlich sein. Treten Pleuraergüsse im Rahmen der Infektion auf, müssen diese konsequent drainiert werden, um eine Verschwartung der Lunge zu verhindern.

   

Tuberkulose

Ursache:

Bei der Tuberkulose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, welche durch Bakterien hervorgerufen wird.

Symptome:

Typisch sind Husten, leichtes Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und Appetitabnahme. Die Symptome schleichen sich langsam ein. Teilweise kommt es zu Bluthusten.

Verlauf:

Der Verlauf ist im Wesentlichen von der Infektionskraft und der Anzahl der Erreger sowie der individuellen Abwehrkraft und dem Vorgehen von Medikamentenresistenzen abhängig.

Therapie:

Eine Tuberkulose lässt sich in der Regel gut medikamentös behandeln. Entscheidend ist eine Kombinationstherapie, die über einen langen Zeitraum eingenommen werden muss.

  

Pleuraergüsse

Die deutlich nachweisbare Ansammlung von Flüssigkeit zwischen Rippenfell und Lunge wird als Pleuraerguss bezeichnet. Die Lunge wird hierdurch zusammengedrückt und die Atmung somit erschwert. Dabei werden häufig erst größere Ergussmengen von über einem halben Liter oder sogar einem Liter bemerkt, besonders wenn sich die Ansammlung langsam entwickelt.

Ursache:

Die Gründe für die Flüssigkeitsansammlung können vielfältig sein. Häufig sind eine Herzschwäche oder entzündliche und bösartige Erkrankungen die Ursache.  Die Diagnostik erfolgt durch die Untersuchung der Flüssigkeit, welche zuvor mit Hilfe einer feinen Nadel entnommen wurde. Ist sie nicht eindeutig diagnostizierbar, kann eine Probenentnahme vom Rippenfell Aufschluss geben.

Symptome:

Eine beeinträchtigte Atmung bis hin zur Atemnot können Symptome sein. In den meisten Fällen, bei nur geringer Flüssigkeitsansammlung, bleibt der Pleuraerguss zumeist unbemerkt.

Therapie:

Die Behandlung des Ergusses richtet sich nach der Grunderkrankung. Handelt es sich um einen großen Erguss mit viel Flüssigkeit und anhaltender Atemnot, so kann durch Ablassen von Flüssigkeit oft sofort eine Linderung geschaffen werden. Eine Wiederholung der Punktion mit einer feinen Nadel kann entlasten. Bei rasch nachlaufenden Ergüssen oder sehr großen Ergussmengen empfiehlt sich die Einlage einer Thoraxdrainage.

   

Pleuraempyem

Ursache:

Häufigste Ursache einer Vereiterung des Rippenfells ist eine Lungenentzündung.

Symptome:

In der Regel äußert sich die Vereiterung des Rippenfells durch Fieber, Husten und Nachtschweiß

Therapie:

Eine rasche und konsequente Therapie ist notwendig. Zunächst erfolgt eine Ableitung mit einer Drainage zusätzlich zu einem Antibiotikum. Führt dies und Spülungen der Pleurahöhle zu keiner Besserung ist teilweise eine Operation erforderlich.  

 

Pleuritis (Rippenfellentzündung)

Ursache:

Eine Rippenfellentzündung geht in den meisten Fällen auf eine Lungenentzündung oder Virusinfektion zurück. Auch rheumatische Erkrankungen können sie verursachen.

Symptome:

Am Anfang steht ein starker, atemabhängiger Schmerz. Inkonstant sind Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl festzustellen.

Verlauf:

Der atemabhängige Schmerz kann im Verlauf schwächer werden und sogar verschwinden. Dies ist jedoch auf die Entwicklung eines Pleuraergusses zurückzuführen.   

Therapie:

Eine Therapie der zugrundeliegenden Ursache ist hier erforderlich. Geht die Pleuritis auf einen Virus zurück, so ist die Therapie symptomatisch, umfasst die Schmerztherapie und die Entlastung von der Ergüsse, sofern erforderlich.

 

Pulmonal-arterielle Hypertonie

Ursache:

Meist ist eine Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf Folge einer Lungengerüsterkrankung. Es können aber auch wiederholte Lungenembolien oder eine direkte Gefäßerkrankung ursächlich sein.

Symptome:

Stark eingeschränkte körperlicher Leistungsfähigkeit und Belastungsluftnot sind typisch für diese Erkrankung.

Verlauf:

Im akuten Geschehen stellen sich die Lungenschlagadern eng, die Gefäßmuskulatur verdickt und der Innenraum im Gefäß wird kleiner. Beim chronischen Verlauf nimmt die Gefäßmuskulatur an Umfang zu. Es folgt ein langsamer Umbau der Muskulatur zu Bindegewebe. Eine geringere Flexibilität führt zu einem fixierten Lungenhochdruck. Ist zusätzlichen Kalk an der inneren Oberfläche der Arterien und innerhalb der Gefäßwände eingelagert nennt man dies Sklerosierung der Gefäße (Arteriosklerose).

Es kann nur immer weniger Sauerstoff über die Lunge aufgenommen werden. Das Herz verliert an Leistungsstärke.

Therapie:

In bestimmten Fällen kann nach einer Testung im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung des rechten Herzens eine medikamentöse Behandlung erfolgen.

 

Lungenembolie

Ursache:

Durch ein Blutgerinnsel wird ein Teil der Lunge verstopft und es entsteht ein Lungeninfarkt, häufig mit einer Pleuritis (s. dort) Das Gerinnsel stammt meist von einer Beinvene.

Symptome:

Meist kommt es zu Schmerzen, Husten und Luftnot. Große Lungenembolien sind lebensgefährlich wie ein Herzinfarkt. Wiederholt auftretende kleinere Lungenembolien können zu einem Lungenhochdruck führen.

Therapie:

In einigen Fällen ist eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich. Immer ist eine gerinnungshemmende Therapie notwendig, die als Schutz über einen längeren Zeitraum eingenommen werden muss. Ein hervorgerufener Pleuraerguss wird teilweise mit einer Punktion abgelassen.

 

  

Schlaflabor

Schlaflabor


Seit 1987 gibt es in der Klinik für Pneumologie des St. Hildegardis-Krankenhauses ein Schlaflabor. Dieses ist von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) anerkannt und ermöglicht die Diagnose und Therapie einer Vielzahl von Schlafstörungen.

Tiefer und ruhiger Schlaf ist die Voraussetzung für ein gesundes Leben. Im antiken Griechenland wurden Hypnos,
dem Gott des Schlafes, und seinem Sohn Morpheus, dem Gott des Traumes, sogar Bitt- und Dankesopfer gebracht.
Lautes Schnarchen, besonders Schnarchen mit Pausen, ständige leichte Kopfschmerzen, quälende Müdigkeit,
plötzliche Schlafattacken, Konzentrationsstörungen – Symptome, die viel zu oft als banale Befindlichkeitsstörungen
bagatellisiert werden.
 

Schlaf-Apnoe-Syndrom

Unter obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom versteht man eine Behinderung der Atmung durch eine Verlegung des oberen Atemweges bedingt durch einen verminderten Muskeltonus im Schlaf. Von dieser Erkrankung sind ebenso viele Menschen betroffen, wie vom Diabetes mellitus. In größeren Untersuchungen wurde ermittelt, dass etwa vier Prozent der Frauen und sechs bis acht Prozent aller Männer über 40 Jahren und etwa ein Prozent der Gesamtbevölkerung an einem Schlafapnoesyndrom leiden.
Diese Studien belegen auch ein erheblich erhöhtes Sterblichkeitsrisiko bei Patienten mit obstruktivem Schlafapnoesyndrom im Verglich zur Normalbevölkerung. Durch die erhöhte Tagesmüdigkeit mit Sekundenschlafattacken ist das Unfallrisiko viermal so hoch wie bei Gesunden. Die immer wiederkehrenden nächtlichen Sauerstoffabfälle begünstigen die Entstehung von Herzrhythmusstörungen und die Aufhebung der täglichen Blutdruckrhythmik. Folgen hiervon sind erhöhte Blutdruckwerte im Lungen- und Körperkreislauf sowie gehäufte Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Moderne Diagnostik findet die Ursachen

Störungen des Wach- und Schlafverhaltens, die sich über mehrere Wochen hinziehen, müssen ernstgenommen werden und schlafmedizinisch näher untersucht werden. Ergibt die ambulante Diagnostik einen nicht eindeutigen oder behandlungsbedürftigen Befund, ist eine weitere Abklärung im stationären Schlaflabor erforderlich.

Im Rahmen der Diagnostik wird abgeklärt, ob eine organische Erkrankung der Atemwege, der Lunge oder des Herzens vorliegt. In Abhängigkeit des individuellen Risikoprofiles wird eine optimale Therapie eingeleitet. Zusätzlich informieren wir über begleitende Maßnahmen zur Optimierung der Schlafhygiene.“

 

 

Häufigste Krankheitsbilder

Störungen des Schlafes von innen

Narkolepsie 

Schlafbezogene Atemstörungen
Obstruktives Schlafapnoesyndrom
Zentrales Schlafapnoesyndrom und Cheyne Stokes Atmung
Zentrale alveoläre Hypoventilation und Obesitas Hypoventilation
Periodische Beinbewegungen im Schlaf und Restless Leg Syndrom 


Schlafstörungen bei internistischen Erkrankungen 


Chronisch obstruktive Lungenerkrankung 

Kardiale Erkrankungen 

Schlafbezogener gastroösophagealer Reflux

Störungen des Schlafrhythmus


Störungen des Schlafes von außen 


Falsche Schlafhygiene, Schlafmangel

 

 

Diagnostik

Neben einer ausführlichen Anamnese (Befragung) und der körperlichen Untersuchung, klären wir bei Ihnen mögliche, internistische Grunderkrankungen, also Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Erkrankungen der inneren Organe, ab. Hierzu werden unter anderem moderne Ultraschallverfahren, EKG (Elektrokardio-gramm), Blutdruckmessungen und Laboruntersuchungen durchgeführt.

Polysomnographie


Nachts während des Schlafes werden dann viele Messwerte erhoben und mit einem Computer ausgewertet. Mittels zweier EEG- (Hirnströme) und EOG- (Augenbewegungen) Ableitungen sowie einem Kinn EMG (Kaumuskelbewegung) wird ein vollständiges Schlafprofil mit Einteilung in Schlafstadien erstellt. Durch Atemflusssensoren über beiden Nasenlöchern und dem Mund, durch Gurte, die Brust- und Bauchexkursionen feststellen, durch das Pulsoximeter am Finger (Sauerstoffgehalt im Blut) und das Schnarch-Mikrofon wird die Atmung beurteilt. Zwei EMG- (Muskelpotentiale) Ableitungen an den Unterschenkeln dienen zum Nachweis von periodischen Beinbewegungen. Zusätzliche Informationen erhalten wir durch einen Lagesensor und ein Langzeit-EKG. Die ganze Nacht wird mit einer Infrarotkamera auf Video aufgezeichnet. Bei CPAP oder BIPAP Beatmungen kann der Beatmungsdruck in Echtzeit kontrolliert und registriert werden. 
Nach Auswertung all dieser Messwerte am Folgetage werden die verschiedenen Schlafstörungen festgestellt, diagnostisch unterschieden und eventuell eine nötige Therapie eingeleitet.

Polygraphie 


Mit mobilen Geräten können ambulante, sogenannte Screening-Untersuchungen auf dass Vorliegen einer schlafbezogenen Atmungsstörung, oder Therapiekontrollen bei CPAP- oder BIPAP-Therapie durchgeführt werden.

 

 

Therapien

Therapiemöglichkeiten in Stufen


Gewichtsreduktion

Meiden von Alkohol, Schlaftabletten und üppigen Mahlzeiten vor dem Schlafen

  • Verbesserte Schlafhygiene mit regelmäßigen Schlafzeiten,
  • Medikamente, wie das früher eingesetzte Theophyllin haben keinen günstigen Einfluss auf das Schlafapnoesyndrom,
  • Protrusionsschienen.

Operationen 


Informationen zu operativen Eingriffen finden Sie hier

CPAP-Therapie

Bei klinisch relevantem obstruktivem Schlafapnoesyndrom ist die CPAP-Therapie die sicherste und effektivste Behandlungsform. Individuell wird eine Nasenmaske dem Patienten angepasst. Über diese Maske wird dann mit einem kleinen Gerät nachts Raumluft mit einem bestimmten Druck geblasen, so dass durch die Aufrechterhaltung eines dauernden positiven Druckes im oberen Atemwegsbereich ein Kollabieren des Schlundes und Zurückfallen der Zunge verhindert wird. Dadurch bleibt die Atmung regelmäßig, Schnarchen und Atemaussetzer werden verhindert. Erfolgt in speziellen Fällen, zum Beispiel bei hohen Beatmungsdrücken oder zusätzlichen Lungen- oder Herzerkrankungen die Beatmung auf zwei Druckniveaus, einem hohen beim Einatmen und einem niedrigerem bei Ausatmen wird dies nBIPAP genannt. Diese Beatmung muss individuell eingestellt und geübt werden, die Nasenatmung muss dazu frei sein. Bei empfindlichen Nasenschleimhäuten mit Austrocknung oder "Laufen" der Nase kann eine Nasensalbe oder die Anwärmung und Anfeuchtung der Beatmungsluft probiert werden.

 

Vorsorgetipps

 

 

Anschlussbehandlung

Über die Befundergebnisse und ggf. weiter notwendige Therapie werden Ihr Hausarzt und ihre betreuenden Fachärzte ausführlich informiert um eine gute Vernetzung und Behandlung sicherzustellen. Über die weiteren Kontroll- und Nachsorgeuntersuchungen werden Sie im Entlassungsgespräch informiert. In bestimmten Fällen ist eine ambulante Untersuchung in unserer Klinik möglich.

 

 

Qualitätssicherung

Qualitätsversprechen


Auf Zuweisung von niedergelassenen Kollegen und umliegenden Krankenhäusern werden Patienten aus Mainz und der weiteren Umgebung unter Anwendung neuester therapeutischer und diagnostischer Verfahren, basierend auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen, betreut.

 

Zertifikat Schlafmedizinisches Zentrum

Qualitäts-Siegel "Transparente Klinik"

Unser psychosomatischer Konsildienst

Neben dem psychoonkologischen Behandlungsangebot bietet unsere Abteilung Krisenintervention sowie supportive Mitbehandlung bei Patienten mit vorbekannter psychischer Erkrankung an. Im Rahmen einer ganzheitlicher Diagnostik und Behandlung in unserem Akutkrankenhaus unterstützen wir durch psychosomatische Konsile zur Diagnostik, Mitbehandlung und therapeutische Weiterempfehlung.

Team

Prof. Dr. med. Cornelius Kortsik

Chefarzt, Leiter des Lungenzentrums

Telefon:06131 / 147 606
Telefax:06131 / 147 759
E-Mail:pneumo-​shk@​kkmainz.​de

Dr. med. Karin Deisenberger

Oberärztin, Leiterin Schlaflabor

Telefon:06131 / 147 220
Telefax:06131 / 147 764
E-Mail:schlala@​kkmainz.​de

Dr. med. Andreas Budahn

Leitender Oberarzt

Dr. med. Karsten Perbandt

Oberarzt

Dr. med. Sebastian Trümpler

Oberarzt

Margareta Mucciacito

Teamleitung der Pflege

Telefon:06131 / 147 5336
E-Mail:m-​mucciacito@​kkmainz.​de

Klinik für Pneumologie, Beatmungs- und Schlafmedizin

Leitung

Prof. Dr. med. Cornelius Kortsik

Chefarzt, Leiter des Lungenzentrums

Telefon:06131 / 147 606
Telefax:06131 / 147 759
E-Mail:pneumo-​shk@​kkmainz.​de

Dr. med. Karin Deisenberger

Oberärztin, Leiterin Schlaflabor

Telefon:06131 / 147 220
Telefax:06131 / 147 764
E-Mail:schlala@​kkmainz.​de

Sekretariat

Iris Retz

Sekretariat

Telefon:06131 / 147 606
Telefax:06131 / 147 759
E-Mail:pneumo-​shk@​kkmainz.​de

Sprechstunden & Ambulanz

In der Ermächtigungsambulanz werden Patienten mit schwerwiegenden Lungenerkrankungen nach Überweisung durch den niedergelassenen Lungenfacharzt oder Hausarzt versorgt. Wahlleistungspatienten können auch ohne Überweisung untersucht werden. Es bestehen alle Möglichkeiten der lungenfunktionellen Diagnostik inklusive Belastungstests wie beispielsweise eine Spiroergometrie. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer allergologischen Diagnostik.

 

Es werden Inhalte wie:

Lungenkrebserkennung, Therapieplanung, Nachsorge, Beratung gutartiger Lungenerkrankungen, Beratung, Diagnostik und Therapie bei entzündlichen und interstitiellen Lungenerkrankungen behandelt.
Die Wartezeit zur Erlangung eines Termins beträgt weniger als 14 Tage. Die Erreichbarkeit der Ärzte des Lungenzentrums ist bei Notfällen wie etwa Therapienebenwirkungen und außerhalb der Sprechstundenzeiten über die Notaufnahme oder den diensthabenden Ober- und Assistenzarzt 24 Stunden gewährleistet.

Für die Lungensprechstunde werden die gleichen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten wie für die stationären Patienten des Lungenzentrums vorgehalten, insofern dies aus medizinischer Sicht ambulant durchführbar ist.

Bezüglich Diagnose- und Therapieplanung wird der Patient in verständlicher Form soweit mit Informationen versorgt, dass er aktiv an der Planung der Therapie teilnehmen kann. Das Informationsgespräch wird in Form eines Dialoges geführt und beinhaltet die Darstellung alternativer Behandlungskonzepte sowie das Angebot und die Vermittlung von Zweitmeinungen.
Sprechstunden

 

Pneumologische Ambulanz (Lungensprechstunde)    

Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr
Montag bis Donnerstag 13:30 bis 15:30 Uhr
  
Anmeldung

Frau Sommer 
Telefon: 06131 / 147 388
Fax: 06131 / 147 759

   

Pneumologie Terminvergabe (PAM)
für geplante stationäre Aufnahmen   

Pneumologisches Aufnahmemanagement
Frau Kristeck, Frau Ahlert
Telefon: 06131 / 147 412
Fax: 06131 / 147 759
E-Mail: pam(at)kkmainz.de

 

Ambulante Bronchoskopie   

Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr
und nach Vereinbarung   

Anmeldung
Frau Iris Retz
Telefon: 06131 / 147 388
Fax: 06131 / 147 759

 

Schlaflabor

Montag bis Freitag 8 bis 13 Uhr

Anmeldung
Frau Marit Schenkel
Telefon: 06131 / 147 364
Fax: 06131 / 147 764
E-Mail: schlala(at)kkmainz.de

 

 

Zertifizierungen

St. Hildegardis-Krankenhaus

Hildegardstr. 2
55131 Mainz
Telefon:06131 / 1470
Telefax:06131 / 575 1610
Internet:www.kkm-mainz.de/www.kkm-mainz.de/