Zysten der Eierstöcke (Ovarialzysten)
Zysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Gewebe. Es ist zunächst ein beschreibender Begriff und sagt im einzelnen Fall nichts über Gut- oder Bösartigkeit aus. Ebenfalls keine Aussage über die Notwendigkeit einer Behandlung. Die meisten Zysten sind harmlos. Zysten gibt es in den verschiedensten Organen, in der Brust, an den Eierstöcken sowie auch in Nieren, Lunge oder Gehirn.
Bei einem Tumor handelt es sich wörtlich übersetzt um eine Schwellung. Auch dieser Begriff sagt nichts über Gut- oder Bösartigkeit. Auf jeden Fall ist der Begriff Tumor nicht gleich mit Krebs. Man unterscheidet zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren. Zu den gutartigen Tumoren gehören die meisten Zysten. Eine Zyste ist also eine besondere Form eines Tumors.
Zysten am Eierstock können auf zwei Wegen entstehen. Entweder entstehen sie aus der normalen hormonellen Funktion des Eierstocks, oder es entstehen neue Tumorbildungen, die mit der eigentlichen Funktion (Hormonproduktion) des Eierstocks nichts zu tun haben (echte Neubildung).
Funktionelle Zysten
Bei jeder Frau kommt es zwischen der ersten und der letzten Regelblutung in jedem Zyklus zur Bildung eines Zystchens (Eibläschen). Im Eibläschen reift die Eizelle heran. Bei einer Größe zwischen 15 und 30mm wandelt sich das Eibläschen zum Gelbkörper um und beginnt mit der Bildung des Gelbkörperhormons (Progesteron).
Nach dem Eisprung kommt es vor, dass ein Eibläschen bzw. ein Gelbkörper sich nicht zurückbildet und sich mit Flüssigkeit füllt, daraus entstehen Gelbkörper- und Eibläschenzysten. Dies zeigt, dass beide Zysten aufgrund der Funktion des Eierstocks entstanden sind, sie sind im Wesentlichen harmlos und in der Regel niemals bösartig. Bei einer Größe unter fünf Zentimeter findet in der Regel keine Behandlung statt.
Echte Neubildungen
Tumoren des Eierstocks können mit Flüssigkeit (Gewebswasser, Lymphflüssigkeit, Blut, Drüsensekret) gefüllte Hohlräume darstellen. In diesen Fällen spricht man von echten Neubildungen im Gegensatz zu den beschriebenen funktionellen Zysten.
Wenn eine Zyste am Eierstock festgestellt wird und sie sich nach zwei Zyklen nach entsprechender Beobachtungszeit zurückgebildet hat, muss man an die Möglichkeit einer echten Neubildung denken. Da diese auch bösartig sein kann oder werden kann, ist eine operative Entfernung erforderlich.
Eine Operation wird erforderlich wenn
- die Zyste Beschwerden verursacht,
- die Zyste größer als 6 cm ist (weil sie sich dann selten zurückbildet),
- die Zyste im Ultraschall auffällig aussieht (weil sich auch eine bösartige Veränderung dahinter verbergen kann),
- die Zyste nach achtwöchigem Abwarten noch keine Rückbildungstendenz zeigt.
Risiken der Ovarialzysten
Stieldrehung des Eierstocks mit der Zyste, dabei dreht sich der Eierstock einmal um seine eigene Achse mit der Folge, dass auch die Blutgefäße des Eierstocks abgeschnürt werden und der Eierstock nicht mehr ernährt wird.
Diese Komplikation ist sehr schmerzhaft und bedarf fast immer einen notfallmäßigen Eingriff im Rahmen einer Bauchfellspiegelung, weil sonst der Eierstock abstirbt und entfernt werden muss.
Platzen einer Zyste
Dabei kommt es zum Einreißen der Zystenwand, was schmerzhaft sein kann aber nicht muss. Die Flüssigkeit entleert sich in die Bauchhöhle, das ist meistens ungefährlich. Gefährlich wird es dagegen wenn dabei die Blutgefäße platzen, dann kann es zu einer stärkeren sogar lebensbedrohlichen Blutung in die Bauchhöhle kommen.
Hormonelle Störung
Die Zysten des Eierstocks können häufig auch Hormone bilden und dadurch den Menstruationszyklus beeinflussen und zu mehrwöchigen Dauerblutungen der Gebärmutter führen. In diesen Fällen ist eine Hormonbehandlung erforderlich. Im Wechseljahresalter ist auf jeden Fall auch eine Ausschabung der Gebärmutter zu erwägen.
Bösartigkeit
Hinter Zysten des Eierstocks können sich auch bösartige Erkrankungen (Eierstockkrebs) verbergen. Dies ist jedoch glücklicherweise selten, trotzdem erfordert jede Zyste schon aus diesem Grunde die sorgfältige Überwachung und Diagnostik durch den Frauenarzt/ärztin.
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